A Cartoon of Mahler

 

 

Unfinished work - „Auf dieser Welt hab ich keine Freud‟

Incomplete sketch

 

A-Wn S.m. 4364

 

 

 

 

1

A list prepared by Heck, of the Mahler manuscripts in Natalie Bauer-Lechner's collection, is bound in with volume I.

 

 

 
     
     

 

 

 

 

 

 

Title

  None; text incipit: Ich hab' ein Schatz
Date
  [n.d.]

Calligraphy

  Black ink

Paper

  16 staves, no maker's mark, upright format, wm not recorded, 339 x 250 (r = 287), brown staves on brownish paper

Manuscript structure and collation

  1 bifolio, part of a convolute of leaves: for a description, click here

Provenance

  Gift from Mahler to Natalie Bauer-Lechner; passed from her heirs to V.A. Heck (autograph dealer);[1] purchased by A-Wn in May 1929.

Facsimiles

  Complete online colour facsimile [the image is on p. 13 of the facsimile]

Select Bibliography

  None located

Notes

 

This fragment appears on a bifolio that forms part of a group of leaves that otherwise are mostly concerned with sketches for the Second and Third Symphonies. The text consists of the last three lines from the opening quatrain of Liebsewünsche from volume 3 of Des Knaben Wunderhorn, the first two lines of which also begin Bildchen, printed a couple of pages earlier in the volume:

 

Bildchen Liebeswünsche Text as set
Auf dieser Welt hab ich keine Freud:

Ich hab einen Schatz, und der ist weit;

Er ist so weit, er ist nicht hier.

Ach, wenn ich bei meim Schätzchen wär!

 

Auf dieser Welt hab ich keine Freud:

Ich hab ein Schatz, und der ist weit.

Wenn  ich nur mit ihm reden könnt,

So wär mein ganzes Herz gesund.

...

Ich hab' ein Schatz und der ist weit.

Wenn ich nur mit ihm reden könnt

so wär mein ganzes Herz gesund.

Ich kann nicht sitzen und kann nicht stehn,

Ich muß zu meinem Schätzchen gehn;

Zu meinem Schatz da muß ich gehn,

Und sollt ich vor dem Fenster stehn.

 

Frau Nachtigal, Frau Nachtigal,

Grüß meinen Schatz viel tausendmal!

Grüß ihn so hübsch, grüß ihn so fein,

Sah ihm, er soll mein eigen sein!

 

 
„Wer ist denn draußen, wer klopfet an,

Der mich so leis aufwecken kann?‟—

„Es ist der Herzallerliebste Dein;

Steh auf, steh auf und laß mich 'rein!‟—

 

Und komm ich vor ein Goldschmiedshaus,

Der Goldschmied schaut zum Fenster 'raus:

„Ach,  Goldschmied,  liebster Goldschmied mein,

Schmied mir ein feines Ringelein!

 
„Ich steh nicht auf, laß Dich nicht 'rein,

Bis meine Eltern zu Bette sein.

Wenn meine Eltern zu Bette sein,

So steh ich auf und laß Dich 'rein.‟—

 

Schmied's nicht so groß, schmied's nicht zu klein,

Schmied's für ein schönes fingerlein!

Auch schmied mich meinen Namen dran!

Es solls mein Herzallerliebster han.‟

 
„Was soll ich hier nun länger stehn?

Ich seh die Morgenröth aufgehn,

Die Morgenröth, zwei helle Stern;

Bei meinem Schatz da war ich gern.‟

 

Hätt ich ein Schlüssel von rothem Gold,

Mein Herz ich Dir auffschließen wollt.

Ein schönes Bild das ist darein;

Mein Schatz, es muß Dein eignes sein.

 
Da stand sie auf und ließ ihn ein;

Sie heißt ihn auch willkommen sein,

Sie reicht ihm die schneeweiße Hand;

Da fängt sie auch zu weinen an.

 

Wenn ich nur ein Waldvöglein wär,

So säß ich auf dem grünen Zweig;

Und wenn ich genug gepiffen hätt,

Flög ich zu Dir, mein Schatz, ins Reich.

 
„Wein nicht, wein nicht, mein Engelein!

Aufs Jahr sollst Du mein eigen sein.

Mein eigen sein sollst du werden gewiß;

Sonst Keine es auf Erden ist.

 

Wenn ich zwei Taubenflügel hätt,

Wollt fliegen über die ganze Welt;

Ich wollte fliegen über Berg und Thal

Hin, wo mein Herzallerliebster wär.

 
Ich zieh in Krieg auf grüne Heid;

Grüne die liegt von hier so weit.

Allwo die schönen Trompeten blasen

Da ist mein Haus von grünen Rasen.

 

Und wann ich endlich bei Dir wär,

Und du redst dann kein Wort mit mir,

Müßt ich in Trauren wider fort —

Adje, mein Schatz, adje von Dir!

 
Ein Bildchen laß ich malen mir;

Auf meinem Herzen trag ich's hier.

Darauf sollst Du gemalet sein,

Daß ich niemal vergesse Dein.‟

   
     

Achim von Arnim, Clemens Brentano, Des Knaben Wunderhorn, Alte deutsche Lieder, ed. Robert Boxberger (Berlin: Gustav Hempel, [1883]), II, 378–9

Achim von Arnim, Clemens Brentano, Des Knaben Wunderhorn, Alte deutsche Lieder, ed. Robert Boxberger (Berlin: Gustav Hempel, [1883]), II,

380–81

 
     

It is striking that both of the Wunderhorn texts have verbal parallels with other poems that Mahler set. Most of stanzas 3, 5, 6 and 7 of Bildchen were combined by Mahler with elements of Unbeschreibliche Freude (also from vol. III of the collection) to form the text of Wo die schönen Trompeten blasen (RHVIW, 194 ff.), while Liebsewünsche invokes Frau Nachtigal (admittedly a common enough poetic gesture) as does Waldvögelein, the text that separates Bildchen and Liebeswünche in the Wunderhorn volume, and which itself was reworked and set by Mahler sometime before 1891 (probably in the late 1880s) as „Ich ging mit Lust‟ (Lieder und Gesänge, vol. 2, no. 2) (RHVIW, 136 ff.).

The fragment of Mahler's (probably unfinished) setting of „Auf dieser Welt hab ich keine Freud‟, apparently consists of the last eleven or so bars of the setting the first stanza, in which case the opening, including a setting of the first line, must have been recorded on another, now untraced sheet. Unless, that is, Mahler intentionally omitted the first line, and these eleven bars are for the opening of the song.

   
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