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Main heading: The Music of Gustav Mahler: A Catalogue of Manuscript and Printed Sources [rule] Paul Banks

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5 Lieder: Texts

 

The only source for the texts of the three completed songs are the autographs of the songs, where the text is placed above the vocal line, and includes no punctuation. The right-hand column includes the text of 'Hans und Grete' as published in the Lieder und Gesänge (1892). Jeremy Barnham (JBJE, 56) has conjectured that the fourth and fifth poems reproduced below were possibly intended for the two unwritten songs.

 

No. 1

Im Lenz

 

Sag' an, du Träumer am lichten Tag,

was willst du heut' mit dem Bangen?

Du wandelst so stumm durch Lenz und Hag,

als wärst du von Blindheit befangen.

 

Ich bin nicht blind und sehe doch nicht,

mir ist nicht dunkel, und ist nicht licht.

Könnt' lachen und könnte weinen,

doch sagen könnt' es keinem.

 

O sieht dich die Sonne so freundlich an,

was sollen dir Schmerz und Reue?

Wirf ab deine Last, du trauriger Mann,

und freu' dich an Sonne and Bläue.

 

Mich freut keine Sonne, mich freut kein Blau

und hab' doch den Frühling so gerne.

Ach die ich allein nur am liebsten erschau,

die weilt schon lang in der Ferne.

 

 

Gustav Mahler (1880)

 

 
No. 2
Winterlied

 

Über Berg und Tal

mit lautem Schall

tönet ein Liedchen.

 

Durch Schnee und Eis

dringt es so heiß

bis zu dem Hüttchen.

 

Wo das Feuer brummt,

wo das Rädchen summt

im traulichen Stübchen.

 

Um dem Tisch herum

sitzen sie stumm.

Hörst du mich, Liebchen?

 

Im kalten Schnee,

sieh! wie ich steh',

sing' zu dir, Mädchen.

 

Hat denn mein Lied

so dich glüht

oder das Rädchen?

 

O lieblicher Zeit,

wie bist du so weit!

O selige Stunden!

 

Ach nur ein Blick

war unser Glück

Ewig verschwunden!

 

 

Gustav Mahler (1880)

 
 
No. 3  

Maitanz im Grünen

 

Ringel, Ringel Reih'n!

Wer fröhlich ist, der schlinge sich ein!

Wer Sorgen hat, der laß sie daheim!

Wer ein liebes Liebchen küßt,

wie glücklich der ist!

Ei, Hansel, du hast ja kein's!

So suche dir ein's

Ein schönes Liebchen, das ist was Fein's

Juche! Juche!

 

Ringel, ringel Reih'n!

Ei, Gretel, was stehst du denn so allein?

Guckst doch hinüber zum Hanselein!?

Und ist doch der Mai so grün?

Und die  Lüftelein zieh'n.

Ei, seht doch den dummen Hans!

Wie er rennet zum Tanz!

Er suchte ein Liebchen, juche!

Er fand's! Juche! Juche! Juche!

Ringel, ringel, Reih'n!

Ringel Reih'n!

Ringel Reih'n!

Reih'n!

Hans und Grete (Volkslied)

 

Ringel, ringel Reih'n!

Wer fröhlich ist, der schlinge sich ein!

Wer Sorgen hat, der laß sie daheim!

Wer ein liebes Liebchen küßt,

wie glücklich der ist!

Ei, Hansel, du hast ja kein's!

So suche dir ein's

Ein schönes Liebchen, das ist was Fein's

Juche! Juche!

 

Ringel, ringel Reih'n!

Ei, Gretchen, was stehst denn so allein?

Guckst doch hinüber zum Hanselein?

Und ist doch der Mai so grün?

Und Lufte, sie zieh'n!

Ei, seht doch den dummen Hans!

Wie rennet zum Tanz!

Er suchte ein Liebchen, Juche!

Er fand's Juche! Juche! Juche!

Ringel, ringel, Reih'n!

Ringel Reih'n!

Ringel Reih'n!

Reih'n!

 

Mahler (1880)

 

Gustav Mahler (1892). Despite Mahler's subtitle there is currently no evidence that this text is from a folksong.

[No. 4?]  
Vergessene Liebe

 

Wie öd mein Herz! Wie leer das All'!

Wie groß mein Sehnen!

O, wie die Fernen Tal zu Tal

sich endlos dehnen!

Mein süßes Lieb! Zum letzten Mal!?

Ach, muß ja ewig diese Qual

in meinem Herzen brennen!

 

Wie strahlt' es einst so treu und klar

in ihren Blicken!

Das Wandern ließ ich ganz und gar

trotz Winters Tücken!

Und als der Lenz vergangen war,

Da tat mein Lieb ihr blondes Haar

wohl mit der Myrthe schmücken!

 

Mein Wanderstab! Noch einmal heut

komm aus der Ecken!

Schliefst du auch lang! Nun sei bereit!

Ich will dich wecken!

Ich trug es lang mein Liebesleid

Und ist die Erde doch so weit –

So komm, mein treuer Stecken!

 

Wie lieblich lächelt Berg und Tal

in Blütenwogen!

Kam ja mit seinem süßen Schall

der Lenz gezogen!

Und Blumen blühn ja überall

Und Kreuzlein steh'n ja überall –

die haben nicht gelogen!

 

 

Mahler included this poem in his letter to Anton Krisper, postmarked: Wien 3.3.1880

GMB2a, 36–37; for an English translation see HLG1, p. 825.

 

 
[No. 5?]  
 

Kam ein Sonnenstrahl

uns einzuladen

zum Tannensaal.

Lasst Euch rathen,

einmal ist Keinmal.

 

An einen golden Faden

hat er uns hergezogen.

Hei—wie sind wir geflogen

Ueber die Matten—

durch duftende Blumenwogen.

 

Heiaha, heiaha,

wir sind da—und

an die grüne Thür wir pochen,

Du lieber goldner Sonnenschein

Lass uns ein—lass uns ein.

 

 

HLG1, p. 824 reports that the autograph of this poem used to be in Alma Mahler's Collection and notes that 'small elves knocking on the beloved's door are found in many of Mahler's poems. They also appear in one of Mahler's letters he wrote to Josephine in March 1880'. The letter is dated 18 March 1880 (GMNUB, 57). For an English translation of the poem, see HLG1, p. 826.

 
   
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